Tagesstruktur

 

(ohne Medikamente)

Wie mir Musik hilft, Zeit zu spüren

Ich stehe jeden Tag zur gleichen Zeit auf, wenn Schule ist.

Auch dann, wenn Ferien sind, solange sie nicht länger als zwei Wochen dauern.

Nicht, weil ich besonders diszipliniert bin.

 

Sondern weil mein ADHS-Gehirn sonst den Halt verliert.

Struktur ist für mich kein starres System.

Sie ist ein Anker.

 

Zeit ist für mich nichts Selbstverständliches.

Mit ADHS fühlt sich Zeit oft nicht linear an.

Sie zieht sich, rast oder verschwindet einfach.

 

Ohne äußere Orientierung verliere ich schnell:

das Gefühl dafür, wie lange ich schon an etwas sitze,

den Übergang zwischen morgens, mittags und abends, die innere Klarheit, wann ein Abschnitt eigentlich endet.

Gerade weil ich hauptsächlich von zu Hause aus arbeite, ist das eine echte Herausforderung.

 

Wie Musik mir hilft, Zeit hörbar zu machen

Was mir dabei enorm hilft, sind verschiedene Playlists auf Spotify.

Natürlich geht jede andere Musikplattform auch, die Werbung hat.

Und ja, ich mache sie ganz bewusst mit Werbung an.

Nicht aus Versehen.

Nicht, weil ich es nicht besser weiß.

Sondern weil mir die Werbung eine Timeline gibt.

 

Die Musik läuft.

Dann kommt die Werbung.

Ein Schnitt.

Ein Übergang.

Für mich ist das wie eine Uhr, die ich hören kann.

 

Playlists statt Uhrzeiten:

Ich habe unterschiedliche Playlists:

eine für den Morgen

eine für den Mittag

eine für den Abend

 

Wenn Ferien sind, sogar noch genauer:

Eine Frühlingsplaylist zu Ostern,

eine andere nach Pfingsten,

später Sommer-, Herbst- und Winterstimmungen.

Nicht, weil ich mein Leben romantisieren will.

 

Sondern weil mein Gehirn Übergänge braucht.

Jetzt ist dieser Teil des Tages.

Jetzt darf etwas Neues beginnen.

 

Warum Werbung für mich kein Störfaktor ist

Viele empfinden Werbung als nervig.

 

Für mich ist sie ein Marker.

Sie unterbricht den Fluss.

Sie macht Abschnitte sichtbar.

Sie hilft mir, nicht im Hyperfokus zu verschwinden.

Ohne diese Unterbrechungen verliere ich mich oft.

Mit ihnen bleibe ich orientiert.

Struktur ohne Druck.

 

Diese Art von Struktur ist:

nicht perfekt, nicht starr, nicht leistungsgetrieben.

Sie ist sanft.

Alltagstauglich.

 

Und vor allem:

an mein ADHS angepasst.

Es geht nicht darum, jeden Tag gleich zu „funktionieren“,

sondern darum, meinem Nervensystem Sicherheit zu geben.

 

Ohne Medikamente, aber nicht ohne Strategien.

Ich nehme keine Medikamente.

Nicht, weil ADHS „nicht schlimm genug“ wäre,

sondern weil sie bei mir nicht wirken.

 

Also habe ich gelernt:

Ich muss mein Leben so gestalten, dass mein Gehirn damit klarkommt.

Musik ist eines meiner wichtigsten Werkzeuge dafür.

Vielleicht ist dein Anker ein anderer.

Vielleicht ist es bei dir keine Musik, sondern ein Podcast.

Vielleicht sind es Gerüche, Licht, Bewegung oder feste Rituale.

 

 

Aber wenn du ADHS hast und merkst, dass Zeit für dich schwer greifbar ist, dann bist du nicht allein und nicht falsch.

Manchmal beginnt Struktur nicht mit einem Plan, sondern mit etwas, das man fühlen oder hören kann.

 

 

Danke schön, dass du wieder reingelesen hast.

 

Wünsche dir einen entspannten Samstag.

 

🌹Alles Liebe, deine Jessy

 

 

 

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