Früher war mein Hyperfokus wie ein ungebetener Gast, der mitten in der Nacht die Wohnung umräumt:

Intensiv, völlig unkontrolliert und am nächsten Morgen war ich einfach nur k.o. Ich habe Stunden verloren, das Trinken vergessen und mich am Ende oft gefragt, wo der Tag hin ist – nur um frustriert festzustellen, dass ich zwar alles über die Fortpflanzung von Tiefseequallen gelesen, aber meine eigentliche Arbeit nicht angerührt hatte.

​Heute sehe ich das völlig anders.

Mein Hyperfokus ist nicht mehr mein Endgegner, sondern meine Zauberformel.

​Das Besondere:

Ich nutze diese Energie heute gezielt, und zwar komplett ohne Medikamente.

Es war ein Weg voller Trial-and-Error, aber ich habe gelernt, mein ADHS-Gehirn nicht mehr zu bekämpfen, sondern es sanft zu lenken.

Den Schalter finden (statt ihn zu suchen)

​Ich habe aufgehört, auf den „magischen Moment“ zu warten.

Stattdessen nutze ich ein paar Strategien, die den Hyperfokus quasi einladen, sich auf die richtigen Dinge zu stürzen:

 

Das „Spiel-Prinzip“:

Wenn eine Aufgabe staubtrocken ist (hallo, Buchhaltung!), trickse ich mich selbst aus.

Ich mache eine Challenge daraus:

„Schaffe ich die Ablage, bevor der Kaffee durchgelaufen ist?“ 

Sobald mein Gehirn eine Prise Wettbewerb wittert, springt der Fokus an.

 

Die 2-Minuten-Rampe:

Oft ist die Hürde vor dem Fokus das Problem.

Ich sage mir:

„Ich öffne nur das Dokument und schreibe einen Satz.“ Mehr nicht.

Meistens ist das der Funke, der den Waldbrand im Kopf auslöst.

Leitplanken gegen das Versinken:

Mein größter Feind war das „Auftauchen“.

Heute stelle ich mir Wecker, die weit weg vom Schreibtisch stehen.

Ich muss aufstehen, um sie auszuschalten.

Das bricht den Tunnel kurz auf und erinnert mich daran, dass mein Körper auch Wasser und Bewegung braucht.

Das „Parkplatz“-System:

Wenn ich merke, dass ich gerade im falschen Thema versinke (der klassische Wikipedia-Kaninchenbau), schreibe ich den Gedanken sofort auf einen Zettel.

Damit gebe ich meinem Gehirn das Signal:

Wir vergessen das nicht, aber jetzt gerade ist das hier wichtiger.

Mein Fazit:

Es ist kein Fluch, es ist ein Werkzeug

​Hyperfokus ist keine Superkraft, die man einfach per Knopfdruck anstellt.

Er bleibt manchmal eigenwillig.

 

Aber wenn man lernt, ihn als Verbündeten zu sehen, ermöglicht er uns Dinge, von denen „neurotypische“ Menschen nur träumen können:

Diese tiefe, leidenschaftliche Hingabe an eine Sache.

 

​An alle Mit-ADHSler:

Euer Gehirn ist nicht kaputt.

Es ist ein Rennwagen, der nur eine sehr spezielle Lenkung braucht.

Findet eure Leitplanken, und der Hyperfokus wird euch überall dorthin bringen, wo ihr hinwollt.

Mein Fazit:

Es ist kein Fluch, es ist ein Werkzeug

Hyperfokus ist keine Superkraft, die man einfach per Knopfdruck anstellt.

Er bleibt manchmal eigenwillig.

 

Aber wenn man lernt, ihn als Verbündeten zu sehen, ermöglicht er uns Dinge, von denen „neurotypische“ Menschen nur träumen können:

Diese tiefe, leidenschaftliche Hingabe an eine Sache.

 

​An alle Mit-ADHSler:

Euer Gehirn ist nicht kaputt.

Es ist ein Rennwagen, der nur eine sehr spezielle Lenkung braucht.

Findet eure Leitplanken, und der Hyperfokus wird euch überall dorthin bringen, wo ihr hinwollt.

Ich freue mich, dass du hier bist.

Möge dein Tag dir Frieden, Freude und Stärke schenken.

Alles Liebe für die kommende Woche!

🌹Deine Jessy

*Bild von Printrest